Kernstadt

Im Gegensatz zur 800jährigen schweizerischen Schwesterstadt Rheinfelden (Aargau) ist Rheinfelden (Baden) eine noch junge Stadt, die im Jahr 2022 ihren hundertjährigen Geburtstag feiern wird. Dennoch kann die Stadt auf eine lange Geschichte zurückblicken, da die eingemeindeten Dörfer teilweise eine mehr als 1000jährige Historie haben.

Bezogen auf Rheinfelden (Baden), gehörte das Gebiet der heutigen Kernstadt vor 1800 zum damals vorderösterreichischen Rheinfelden. Das Gebiet war aber nicht bebaut und wurde rein landwirtschaftlich genutzt. 1805 wurde der Rhein im Zuge der Napoleonischen Feldzüge zur Grenze zwischen dem Land Baden und der Schweiz. Das rechtsrheinische Gebiet wurde den badischen Gemeinden Karsau, Nollingen und Warmbach zugeordnet.

1856 wurde die Bahnlinie zwischen Basel und Konstanz eröffnet und unweit der alten Rheinbrücke ging die so genannte Station bei Rheinfelden in Betrieb. Das schweizerische Rheinfelden war ein beliebter Kurort, verfügte aber nicht über einen eigenen Bahnanschluss, stattdessen reisten die Kurgäste über die badische Rheinseite an.

Zwischen 1894 und 1898 wurde auf badischer Seite der Grundstein zur Entstehung von Rheinfelden (Baden) gelegt: Europas erstes Flusskraftwerk wurde errichtet und im Zuge des Kraftwerkbaus siedelten sich in den 1890er Jahren auf badischer Seite Schweizer Großindustrien (etwa Seidenweberei, Chemische Werke und Aluminiumhütte) an und die Bevölkerungszahl schoss in die Höhe.

Ab circa 1900 wurde die für die Industriearbeiter errichtete Siedlung ausgebaut. Nollingen und die neue Siedlung bildeten fortan die Doppelgemeinde Nollingen – Badisch-Rheinfelden. 1921 wurde die kleine Nachbargemeinde Warmbach, auf eigenen Wunsch hin, in die Doppelgemeinde Nollingen – Badisch-Rheinfelden eingegliedert.

Am 17. Oktober 1922 erhielt die Doppelgemeinde Nollingen – Badisch-Rheinfelden die Stadtrechte verliehen und da es im Ortsteil Badisch-Rheinfelden inzwischen die höchste Einwohnerzahl gab, entschied man sich für den Namen Rheinfelden mit dem offiziellen Namenszusatz (Baden).

Zwischen 1972 und 1975 erreichte Rheinfelden (Baden) durch die Eingemeindungen weiterer sieben Nachbardörfer mehr als 20.000 Einwohner, woraufhin die Stadtverwaltung den Antrag auf Erhebung zur Großen Kreisstadt stellte. Mit Wirkung zum 1. Januar 1975 wurde diesem Antrag von der Landesregierung Baden-Württembergs zugestimmt.

Heute ist die Große Kreisstadt Rheinfelden (Baden) mit mehr als 33.000 Einwohnern zweitgrößte Stadt und größte Flächengemeinde im Landkreis Lörrach. Rheinfelden (Baden) dient als ein wichtiges Mittelzentrum auch zur Versorgung der Nachbargemeinden südlich des Dinkelbergs. Eine belebte Innenstadt mit Fußgängerzone und einer großen Bandbreite an Einkaufsmöglichkeiten kennzeichnet das Zentrum von Rheinfelden (Baden) und weitere attraktive Einkaufs-und Gewerbegebiete bieten auch Waren über den täglich Bedarf hinaus.

Rheinfelden (Baden) ist eine lebenswerte Stadt mit durchgrünten Wohnquartieren. Die Stadtverwaltung arbeitet stetig an einer nachhaltigen Aufwertung des Stadtbildes und der Wohngebiete mit zusätzlichem Grün. Die Erfolge der städtischen Grünpolitik wurden auch schon dreimal prämiert. Zweimal gewann die Stadt beim Bundeswettbewerb Entente Florale die Goldmedaille und einmal beim europaweiten Wettbewerb der Entente Florale. Zudem trägt die Stadt die silberne Auszeichnung des European Energy Awards für ihre umweltgerechte und klimaschützende Stadtpolitik.

Im Großraum Basel ist die Rheinfelder Gemarkung mit ihrer weitläufig intakten Natur im Hochrheintal und auf dem Dinkelberg ein beliebtes Naherholungsgebiet. Mehrere Rad- und Wanderwege machen Rheinfelden (Baden), den Dinkelberg mit seinem großen Waldbestand und den Rhein mit seinen naturbelassenen Ufern erlebbar. Auch bei Geschäftstouristen sowie bei Rad- und Wandertouristen erfreut sich Rheinfelden (Baden) einer wachsenden Beliebtheit.